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Der unbesetzte Rand – Weniger Reflex, mehr Wahl, mehr Gegenwart.

Dieser Text folgt dem Moment, in dem das Innere Kontur bekommt und aus diffusen Eindrücken Richtung wird.

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Wusstest du, dass es in dir einen Teil gibt, der nicht besetzt werden will? Ein Stück innerer Rand, an dem nichts anliegt. Diesen Leerraum nennen Japaner Kokoro no Yohaku (心の余白).

Viele Menschen halten diese Leere für ein Problem. Sie füllen sie mit Terminen, Reizen, Meinungen, Musik, Nachrichten. In der Stille wird spürbar, was sonst von Aktivität zugedeckt wird: Müdigkeit. Trauer. Sehnsucht. Wunsch. Unerfülltes. Und manchmal auch etwas Zartes, das geduldig wartet, von dir empfunden zu werden.

Psychologisch ist innerer Freiraum kein Luxus, sondern eine Funktion. Ohne ihn wird das Selbst zu einer Durchgangsstation. Alles kommt rein, nichts wird verwandelt. Erfahrungen bleiben roh, Gefühle unverdaut, Entscheidungen folgen dem Reflex. Wer sich keinen Zwischenraum erlaubt, lebt im Modus der Antwort. Kokoro no Yohaku (心の余白) ist der Modus der Wahl.

Freiraum für ein Dazwischen bedeutet, genug Platz zu haben, um überhaupt zu fühlen, was da ist, ohne sofort handeln zu müssen. Er ist die Fähigkeit, eine Regung zu bemerken und ihr nicht sofort eine Geschichte überzustülpen oder sie klein zu reden. Ein Moment, in dem das Nervensystem merkt: Ich muss mich nicht verteidigen.

In diesem Raum entsteht Bedeutung durch Klärung. Die Gegenwart wird lesbar, überprüfbar, handhabbar.

  • Aus „Ich kann nicht mehr“ wird: „Ich schlafe seit Tagen zu wenig, ich sage zu oft Ja, und ich lasse Dinge offen, bis sie innerlich überlaufen. Ich brauche einen klaren Schnitt am Tag, weniger Zusagen, und einen Abschluss, bevor das Nächste beginnt.“
  • Aus „Ich bin so dünnhäutig“ wird: „Ich habe zu viel Input, zu wenig Stille, und mein Kopf kann nichts mehr filtern. Ich brauche Pausen ohne Kontakt, ohne Bildschirm, ohne Input, ohne Aufgaben.“
  • Aus „Mit mir stimmt was nicht“ wird: „Ich brauche Nähe mit Verlässlichkeit, sonst schaltet mein System auf Alarm. Ich prüfe Tonfall, Antwortzeiten, Blicke, Pausen. Ich brauche klare Zeichen, klare Absprachen, und Ruhe im Kopf statt ständiges Scannen.“

Und manchmal, wenn du das Dazwischen nicht zustellst, passiert etwas Unerwartetes. Ein Gedanke, der nicht aus Druck geboren ist. Eine Idee, die nicht nützlich sein muss. Ein Blick auf die Welt, der weich wird. Alles ohne Spektakel, nur eine kleine Verschiebung. Als hätte jemand ein Fenster geöffnet.

Das ist Kokoro no Yohaku (心の余白). Eine notwendige Leere. Ein inneres Ja zum Dazwischen. Platz für Spontanität, für Erholung, für plötzliche Freude. Und manchmal für eine Prise Magie.

Bleib dir spürbar. 

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Albina Rolsing – Coach, Gründerin von Der Innere Loop, Buchautorin und Künstlerin. Seit über 20 Jahren begleite ich Menschen in ihrer Entwicklung – mit Fokus auf Selbstbestimmung, Klarheit, Souveränität, Wachstum und Lebensfreude – mit Ambition und Gelassenheit.

Der Coaching-Ansatz Der Innere Loop verbindet Reflexion und Wandel – und schafft einen Raum, in dem Menschen ihr Leben selbstbewusst gestalten – im Einklang mit ihrem inneren Selbst.

Gedanken, die berühren. Worte, die wirken.